Von der Ranthambhore Road die von Sawai Madhopur zum Nationalpark führt,
erblickt man nach 12 Kilometer links, mitten in der Landschaft, einen
rosafarbenen Hotelkomplex: das Dev Vilas (Dev - Gott, Vilas - Residenz).
Damit hat sich der indische Reisebegleiter Balendu Singh aus Bikaner seinen
Lebenstraum erfüllt. 25 Jahre sammelte er im Tourismusgeschäft mit
englisch sprechenden Reisenden aus aller Welt kreuz und quer durch Rajasthan
wertvolle Erfahrungen, die er jetzt in seinem Pink Hotel"
verwirklichen ließ. Beispielsweise zwei Waschbecken nebeneinander,
weil die Touristen bei Safaris zur selben Zeit startklar sein wollen; ebenso
Dusche und WC. Auch der Denkanstoß mit der behindertengerechten
Bauweise kam von ihm, der eine Marktlücke im indischen Tourismus
entdeckt hat.
Die menschenliebende US-Amerikanerin Jane Emison aus Minneapolis hat das
behindertengerechte Hotelkonzept in die Wirklichkeit umgesetzt, das seit
Januar 2003 buchbar ist. Rollstuhlfahrer können sich im Erdgeschoss, wo
zudem ein behindertengerechtes Zimmer eingerichtet wurde, überall hin
bewegen: ins tiefer gelegene Restaurant mit vorzüglicher Küche
oder gar zum Swimmingpool, der noch weiter unten liegt. Weit und breit ist
das pinkfarbene Hotel als einziges behindertengerecht.
Das im klassisch indo-saraszenischen Stil geschaffene Hotel verfügt über
zwei Superior-Suiten, 15 Standard-Zimmer mit Doppelbetten und 4 Zimmer mit
getrennten Betten, wobei dort ein Bett die Breite eines deutschen
Doppelbettes hat.
Zwar schmücken in erster Linie eindrucksvolle Tiger-Malereien und
-Skulpturen das Dev Vilas, die Hotelgäste trösten"
sollen, denen keine gestreifte Großkatze vor das Kamera-Objektiv lief.
Dafür gibt es im Nationalpark noch eine Reihe anderer Tierarten, die
man einmal in freier Natur gesehen haben muss und die einen Schuss"
aus dem Fotoapparat wert sind: Panther, Hyänen, Schakale und
Rohrkatzen, Lippenbären, indische Sambars, Axishirschen, zweieinhalb
bis drei Meter lange Sumpfkrokodile und eine reichhaltige Vogelwelt.